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Hufbalance

Im Laufe der Evolution hat sich das Pferd zu einem Lauf- und Fluchttier entwickelt. Seine ehemalige fünfzehige Endgliedmaße durchlief eine hochspezialisierte Entwicklung auf die „Zehenspitze“ (Hufbein,Kronbein, Fesselbein). Die gesamten einzigartigen anatomischen Funktionen des Pferdes sind darauf ausgerichtet, harmonisch ineinander zu greifen und sich in einem biomechanischen Gleichgewicht zu halten. Nur dann kann der gesamte Pferdekörper optimal und verschleißfrei funktionieren. Dies ist wiederum nur möglich, wenn sich das Fundament „gesunder“ Huf in seiner statischen Balance befindet.

Mangelnde Bewegung und mangelnder Abrieb zerstören die Balance der Hufkapsel ebenso wie fehlerhafte Hufbearbeitung/-Beschlag. Hufimbalancen haben wiederum Auswirkungen auf den Gang des Pferdes. Sobald der Huf die Gliedmaße nicht mehr physiologisch optimal unterstützt, kommt es zu Gangabweichungen.

Obwohl wir in der heutigen Zeit vermehrt Zugang zu fundiertem Wissen über die Anatomie und Funktion des Hufes, der Anatomie der Gliedmaße und dem Bewegungsablauf des Pferdes haben,
wird der Huf bei vielen Hufbearbeitungstheorien aus dem Gesamtbild gerissen und oft nur das äußere Erscheinungsbild der Hufkapsel betrachtet und bearbeitet. Viele Theorien werden unbedacht übernommen und manche halten immer noch an spezifischen Winkelmaßen fest. Als ob man dem Huf sein eigenes Wollen aufzwingen und ihn durch zurechtraspeln und stutzen in die erwünschte Richtung biegen könnte…


deformierter Huf, der der Gliedmaße und vor allem dem Fesselgelenkt in der medio-lateralen Balance keine ausreichende Unterstützung bieten kann. Die Hufkapsel wurde lediglich in eine halbwegs ansehnliche Form "zurechtgeraspelt", indem die weghebelnden Wände einfach durch Abstrecken entfernt wurden (links im Bild). Auch die Zehe wurde ohne Rücksicht auf die statische Balance äußerlich abgestreckt (abgedacht). Der Huf erhält dadurch eine stumpfe Form, die zu hohen Seitenwände drücken den Kronrand nach oben, die untergeschobenen Trachten stützen die Fessel nicht ausreichend und das Pferd ist so gezwungen, sein Gewicht per Muskelkraft auf die zu kurze Zehe zu verlegen.

Man darf die Hufkapsel nicht unabhängig von ihrer statischen und biomechanischen Funktion für den gesamten Pferdekörper sehen und wie ein Stück Holz behandeln – der Huf ist ein lebendiges, elastisches, sich ständig veränderndes Organ! Eine seiner Hauptaufgaben ist es, das Gewicht des Pferdes mit seinen ineinandergreifenden inneren Strukturen aufzunehmen. Eine gut balancierte Hufkapsel sorgt für eine gleichmäßige und korrekte Gewichtsverteilung und ermöglicht es so dem Pferd, die nötige Balance, Unterstützung und Stabilität im Stehen und in der Bewegung zu erhalten.


links im Bild: durch Abstrecken der gesamten Hufwand wurde der Tragrand des Hufes extrem ausgedünnt, die Sohle muss zu viel Gewicht tragen. Durch die Überlastung wird das Sohlenhorn schwach und dünn und die Hufsohle sinkt ab. rechts im Bild: gesunder Huf mit stabilem Tragrand, der eine gleichmäßige Gewichtsaufnahme gewährleistet und die inneren Strukturen optimal schützen kann.(zur Vergrößerung auf das jeweilige Bild klicken)



Die Stoßdämpfung und die Funktionalität dieser Strukturen sind allerdings nur gewährleistet, solange diese optimal belastet werden und gesund sind. Asymmetrien der Hufkapsel wie zum Beispiel eine lange Zehe mit untergeschobenen Trachten oder medio-laterale Imbalancen schwächen die inneren Strukturen des Hufes. Eine Rotation des Hufbeines führt ebenso wie ein negativ palmarer Winkel zu fehlerhaften Druck- und Zugbelastungen des Hufbeinträgers und stört das Sehnengleichgewicht des Pferdes. Die Unterstützungsfunktion des Hufes für die Gliedmaße und den Körper des Pferdes nimmt dabei im erheblichen Maß ab.

Wer sich den Hufbeinknochen genau betrachtet, kommt zu dem logischen Schluss, dass die Natur eine bodenparallele Lage des Hufbeines vorsieht. Nur so kann das Hufbein mit seiner Gelenkfläche das Gewicht des Pferdes optimal tragen und seinen Teil für eine perfekte, verschleißfreie Stoßdämpfung beitragen. Bei bodenparalleler Lage des Hufbeines besteht zwischen dem Streck- und Beugesystem (Extensor- und Flexorsystem) des Pferdes ein gesundes Spannungsgleichgewicht. Die Gliedmaße wird in ihrer physiologisch optimalen Haltung und Winkelung durch Sehnenspannung ohne Muskelaktivität und damit ohne Energieverbrauch gehalten.






links im Bild vor der Bearbeitung, rechts im Bild nach der Bearbeitung:
Die Gliedmaßenstellung wurde durch ausbalancieren des Hufes verbessert, die Muskulatur von Schulter und Hals hat sich entspannt. Das Pferd muss nicht mehr durch Muskelanspannung die fehlende Unterstützung der Hufe kompensieren. Nur ausbalanciert kann der Huf das statisch stützende Fundament bilden, auf dem die Gliedmaße ohne Muskelkraft wie eine perfekt balancierte Säule ruht.








Zudem besteht im unteren Beinabschnitt eine Symmetrie. Vom Röhrbein abwärts bis zum Hufbein sind in der Regel auf der medialen Seite die Gelenkoberflächen von Fessel-, Kron- und Hufgelenk minimal kleiner sind als auf der lateralen. Auch die mediale Wandfläche des Hufbeines ist etwas steiler als die laterale. Die Sohlenfläche der Hufkapsel spiegelt dies wieder: die innere Huffläche ist minimal enger als die Äußere. Zudem hat der Huf eine sehr wichtige unterstützende Funktion für den unteren Beinabschnitt - vor allem für das Fesselgelenk!

ausbalancierter und tragfähiger Vorderhuf eines Tinkers vor der Bearbeitung (Bearbeitungsintervall sechs Wochen) - gleicher Huf nach der Bearbeitung (rechts). Der Tragrand wurde in seiner Tragfähigkeit erhalten, Sohle und Strahl wurden in ihrer Stabilität nicht angetastet und können die inneren Strukturen somit optimal schützen und unterstützen.




Ist diese ausgewogene, von der Natur vorgesehene Balance des Hufes gestört, kann er seine statisch stützende Funktion nicht mehr erfüllen und es kommt zu biomechanischen Ungleichgewichten im gesamten Pferdekörper. Für das Pferd als Lauf- und Fluchttier ist eine schmerz- und verschleißfreie Gelenkbelastung überlebensnotwendig! Aufgrund einer deformierten Hufkapsel muss der Muskel-, Sehnen- und Bandappart vermehrt durch Kompensations- und Schonhaltungen das Gewicht des Pferdes tragen. Dies zeigt sich in Abweichungen der Körperhaltung, durch Gliedmaßenfehlhaltungen, übermäßig ausgeprägte Muskelpartien, stark angespannten Sehnen und Muskeln und in einem unregelmäßigen Gangbild des Pferdes.



Es ist also nicht damit getan, den Huf in eine nette ansehnliche Form zu trimmen. Die Stabilität des Hufes und sein statisches Gleichgewicht müssen über eine fundierte Hufbearbeitung wieder hergestellt werden.
Das Ziel der Natural Hoof Balance ist es, den Huf zu seiner natürlichen Form, Gesundheit, Funktionalität und Leistungsfähigkeit zu bringen und in dieser zu erhalten. Deformierte und fehlgestellte Hufe werden dabei schonend in ihre statische Balance zurückgeführt und entstandene Gliedmaßenfehlhaltungen und –fehlbelastungen sanft korrigiert.


 
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